Geschichte

Im Jahre 1878 gab es im Raum Rechnitz einige größere Brände. Um der Feuersbrunst nicht hilflos ausgesetzt zu sein, fanden sich im Dezember 1878 einige beherzte Männer zusammen und beschlossen die Gründung einer Feuerwehr. Im Jänner 1879 wurde der Gründungsgedanke in die Wirklichkeit umgesetzt und es kam zu Gründung der Feuerwehr Rechnitz.

 

Von dieser und von folgenden Sitzungen sind Kopien der Sitzungsprotokolle vorhanden. Diese wurden in einem Archiv in Steinamanger aufgefunden. Aus diesen Aufzeichnungen geht hervor wie sich die Führung der Feuerwehr zusammensetzte und nach und nach Ausrüstungsgegenstände und Uniformen angeschafft wurden. Im Jahr 1879 wurde bereits eine fahrbare handbetätigte Spritze von der Firma Seltenhofer aus Ungarn angekauft. Diese Spritze ist heute noch im Besitz der Feuerwehr Rechnitz und kann im Pavillon vor dem Feuerwehrhaus, der eigens für alte Ausrüstungsgegenstände errichtet wurde, besichtigt werden. Leider besitzen wir ab dieser Zeit bis zum Ende des zweiten Weltkrieges keinerlei Aufzeichnungen. Erzählungen alter Kameraden berichten über einen mehrmaligen Wechsel der Unterkunft.

 

So ist bekannt, dass sich in der Judengasse hinter dem Haus der Familie Besenhofer das Zeughaus befand. Von diesem Standort wurde in die Räumlichkeiten des Gemeindehofes gewechselt. Danach wurde die Feuerwehr in der umgebauten ehemaligen jüdischen Synagoge (Judentempel) untergebracht. Da die Ausrüstung ständig ergänzt werden musste, wurde der Platz dort zu klein und es wurde nebenan in der Badergasse ein neues Feuerwehrhaus errichtet. Die Mitglieder der Feuerwehr leisteten dabei den größten Teil der Arbeiten und besorgten u.a. das Holz für den Dachstuhl. Das fertig gestellte Gebäude wurde nicht nur von der Feuerwehr, sondern auch von der Trachtenmusikkapelle genutzt. Weiters wurde auch ein Teil des Fuhrparks der Gemeinde in den neuen Räumlichkeiten untergebracht

 

Ständig wachsende Aufgaben und der damit verbundene Geräteaufwand bedingten eine größere Unterkunft der Feuerwehr. Auch die Gerätschaften des Gemeindebauhofes nahmen immer mehr Platz in Anspruch. Somit wurden erneute Überlegungen angestellt die Feuerwehr umzusiedeln. Es bot sich eine ehemalige Maschinenhalle der Familie Pranger in der Bahnhofstrasse zum Kauf an. Die Feuerwehr erklärte sich bereit nochmals tätig zu werden und ihre Heimstatt hoffentlich endgültig zu verlegen.

 

In nur dreijähriger Bauzeit wurde von den Feuerwehrkameraden eine zeitgemäße Feuerwehrzentrale errichtet, die sicher den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte entsprechen wird. Die Feuerwehr vollbrachte unter der Führung von Kdt. Wendl Hans und Kdt.Stv. Binder Johann eine großartige Leistung. 90% der Arbeiten wurden von der Feuerwehr durchgeführt. Die Gemeinde stellte die Baumaterialien zur Verfügung und  zirka 1/3 der Baukosten wurden vom Landesfeuerwehrverband subventioniert.

 

1997 wurde die Feuerwehrzentrale in Betrieb genommen. Die Ausrüstung der Feuerwehr wurde laufend den geforderten Aufgaben angepasst.
Ein ehemaliges Kriegsfahrzeug (Dodge) mit einer Tragkraftspritze galt als enorme Errungenschaft. Weiters wurden in der folgenden Zeit ein Opel Blitz mit Vorbaupumpe, ein Tanklöschfahrzeug mit 2000 Liter und ein Kleinrüstfahrzeug der Marke Ford vom Landesfeuerwehrverband angeschafft. Es erfolgte der Austausch des alten Dodge auf einen neueren Sanitätsdodge. Der Ankauf einer 18 metrigen Schiebeleiter war ebenfalls eine Aufrüstung für die Feuerwehr Rechnitz. Der Kauf einer neuen Tragkraftspritze (VW Rosenbauer) wurde notwendig.

 

Für Einsätze unter schwierigen Bedingungen zB: Suchaktionen am Geschriebenstein etc. wurde seitens der Gemeinde das Einsatzvorausfahrzeug (Puch G) angeschafft. Die Feuerwehr kaufte für den Transport der Mannschaft einen VW Bus an. Als Sicherheit für den in die Jahre gekommenen TLF 2000 wurde ein Rüstfahrzeug mit 4000 Liter Tank angeschafft. Nachdem das Löschfahrzeug Opel Blitz den technischen Anforderungen nicht mehr entsprach, wurde dieser durch ein Löschfahrzeug mit einer Tragkraftspritze (Mercedes Sprinter) ersetzt.

 


Da die technischen Einsätze Überhand nahmen wurde von der Feuerwehr ein Kranfahrzeug angekauft in dem später in Eigenregie eine Seilwinde eingebaut wurde. Dies wird u.a. bei diversen Bergungsmaßnahmen eingesetzt.
Der Umbau des Klosters in ein Altenwohnheim und die Umwidmung der ehemaligen Lungenheilstätte in ein Pflegeheim – in beiden Gebäuden befinden sich ca. 400 Personen – regte die Feuerwehr zum Kauf einer gebrauchten Drehleiter mit 30m Arbeitshöhe und Bergekorb an um im Brandfall eine sichere Bergung zu gewährleisten. Aufgrund der großen Trockenheit und der damit verbundenen Gefahr von Wald und Flurbränden, sowie der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser, wurde von Kdt. Binder ein Tankfahrzeug mit 10.000 Liter auf ein gebrauchtes ÖAF Fahrgestell mit Wechsellader gebaut.

 


Der Ankauf einer Schmutzwasserpumpe, eines gebrauchten Staplers (Fabr. Miag) sowie einiger Tauchpumpen erleichtern den Feuerwehrkameraden das Arbeiten bei div. Einsätzen. Die zusätzliche Alarmierung über Handy, mediale Einrichtungen des Schulungsraumes mit Beamer, Video, PC etc., die persönliche Ausrüstung der Feuerwehrleute mit Schutzbekleidung und Funkgeräten machen die Feuerwehr Rechnitz zu einer gut gerüsteten Einsatzorganisation für die vorgegebenen Aufgaben im Dienst für den Nächsten.